LEADER-Aktionsgruppe Heckengäu

Förderlehrfahrt LEADER

Lesezeit:
  • Teilen
Eventscheune von innen mit Tischen, Dekoration und Menschen

Die LEADER-Region Heckengäu durfte in diesem Jahr Gastgeberregion der Förderlehrfahrt aller LEADER-Regionalmanagements aus Baden-Württemberg sein. Vertreterinnen und Vertreter der 20 LEADER-Aktionsgruppen nutzten die Gelegenheit, erfolgreiche Projekte kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und sich über die vielfältigen Möglichkeiten der europäischen Förderkulisse zu informieren. Als Besonderheit waren auch alle LEADER Mitarbeitende der vier Regierungspräsidien sowie die Mitarbeitenden des LEADER-Referats des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat mit dabei.

Den Auftakt bildete der Lindenhof in Mötzingen, der mit Unterstützung von LEADER zu einer modernen und zugleich charmanten Eventscheune umgebaut wurde. Heute bietet der Hof den passenden Rahmen für Hochzeiten, Familienfeiern und Veranstaltungen und ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie historische Bausubstanz mit neuen Nutzungskonzepten verbunden werden kann.

Anschließend stellte der Landschaftserhaltungsverband Böblingen e. V. (LEV) zwei LEADER-geförderte Projekte vor. Im Mittelpunkt standen Maßnahmen zum Schutz des Rebhuhns sowie das Projekt „Insektenfreundliche Kommune“, das Kommunen dabei unterstützt, Lebensräume für Insekten zu schaffen und die biologische Vielfalt nachhaltig zu fördern. Die Projekte verdeutlichen eindrucksvoll, dass LEADER neben baulichen Investitionen auch wichtige Impulse für Natur- und Artenschutz setzt.

Zur Mittagszeit führte die Lehrfahrt ins Genusszentrum Klink in Jettingen. Der ebenfalls mit LEADER geförderte Neubau verbindet regionale Vermarktung, Gastronomie und Begegnung an einem Ort und bot den idealen Rahmen für die Mittagspause. Bei einem leckeren gemeinsamen Mittagessen erhielten die Teilnehmenden zudem spannende Einblicke vom Juniorchef des Familienunternehmens. Er zeigte eindrucksvoll auf, wie sich eine traditionelle Metzgerei nachhaltig und modern weiterentwickeln kann, um auch künftig im ländlichen Raum erfolgreich und zukunftsfähig zu bleiben. Dabei standen Themen wie Regionalität, Innovation, Kundenorientierung und die Anpassung an veränderte gesellschaftliche Anforderungen im Mittelpunkt. Das Genusszentrum Klink ist damit ein gelungenes Beispiel dafür, wie regionale Handwerksbetriebe ihre Zukunft aktiv gestalten und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung stärken.

Am Nachmittag stand die Gemeinde Mötzingen im Mittelpunkt. Bürgermeister Benjamin Finis präsentierte die Vielzahl an Projekten, die in den vergangenen Jahren mithilfe der LEADER-Förderung in der Gemeinde umgesetzt werden konnten. Ein besonderes Highlight war die Besichtigung der Bewegungszone an der Schule, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern direkt ausprobiert wurde.

Den Abschluss der Projektbesichtigungen bildete die Fahrradkirche Mötzingen. Das mit großem ehrenamtlichem Engagement realisierte Projekt ist heute ein Ort der Begegnung, der Rast und der Erfrischung für Radfahrende sowie für Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde. Es zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert das Zusammenspiel von Fördermitteln und bürgerschaftlichem Engagement für den ländlichen Raum schaffen kann.

Die Förderlehrfahrt hat einmal mehr gezeigt, wie vielfältig die Möglichkeiten der LEADER-Förderung sind. Ob regionale Wertschöpfung, Naturschutz, Ehrenamt oder die Entwicklung attraktiver Begegnungsorte – gemeinsam mit engagierten Projektträgern, Kommunen und Ehrenamtlichen entstehen Projekte, die den ländlichen Raum nachhaltig stärken und lebenswerter machen. LEADER lebt vom Miteinander und von Menschen, die ihre Ideen in die Tat umsetzen. Genau das wurde an diesem Tag im Heckengäu eindrucksvoll sichtbar.